Themen dieses Kurses

  • Allgemeines

  • Hass-Propaganda, Journalismus oder Meinungsfreiheit?

    In diesen Textabschnitten stehen „Hobbits" stellvertretend für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, die Opfer von Hass-Propaganda sind. Lest euch in Partnerarbeit die Texte gegenseitig vor und setzt unterschiedliche Personengruppen ein (z. B. „Flüchtlinge", „Schwarze", „Juden", „Moslems", „Schwule", „Roma")! Beobachtet, inwiefern die Texte dann anders auf euch wirken. Entscheidet, ob es sich eher um journalistische Texte, freie Meinungsäußerung oder schon Hass-Propaganda handelt!

    A) „Ich komme mit diesen Hobbits einfach nicht klar. Die sind so anders als wir! Ich fühle mich in meinem Stadtviertel schon ganz fremd, weil immer mehr Hobbits hier wohnen."

    □ (Hass-)Propaganda               □ freie Meinungsäußerung               □ Journalismus

    Woran ich meine Entscheidung festmache:

    Kurzbeschreibung:
    ...

    B) „Die Hobbits unterwandern unsere Gesellschaft. Sie tun nur harmlos. In Wirklichkeit wollen Sie uns ihre Werte aufzwingen und alles, wofür unsere Welt steht, zerstören. Wenn wir uns nicht bald wehren, haben sie uns überrannt und zwingen uns ihre Maßstäbe auf."

    □ (Hass-)Propaganda               □ freie Meinungsäußerung               □ Journalismus

    Woran ich meine Entscheidung festmache:

    Kurzbeschreibung:
    ...

     

    C) „Die Kriminalitätsrate unter Hobbits ist nach offiziellen Studien nicht höher als die vergleichbarer sozialer Schichten. Dass Hobbits als besonders kriminell wahrgenommen werden, liegt daran, dass die Berichterstattung bei solchen Delikten immer besondere Wellen schlägt. Dies zeigt aber nur an, wie tief die Vorurteile in der Gesellschaft gegen Hobbits sind."

    □ (Hass-)Propaganda               □ freie Meinungsäußerung               □ Journalismus

    Woran ich meine Entscheidung festmache:

    Kurzbeschreibung:
    ...

    D) „Friedensaktivisten gegen die Hobbit-Szene\ Wir kämpfen gegen die Bedrohung der gewalttätigen Hofafa/Mnvasoren. Keine Feigheit: Wir lassen uns nicht provozieren! Nieder mit den Terror-Hobbits. Für eine saubere Stadt ohne HobbitsW!"

    □ (Hass-)Propaganda               □ freie Meinungsäußerung               □ Journalismus

    Woran ich meine Entscheidung festmache:

    Kurzbeschreibung:
    ...

    Workshop „Hass-Propaganda bei Facebook & Co. -1 don't care? I don't share!"

    • Hass-Propaganda erkennen

      Wie versucht Hass-Propaganda zu beeinflussen?

      1.    Übertreiben, Dramatisieren

      2.    Hervorrufen starker Gefühle (Furcht, Wut, Abscheu oder Sympathie, Mitgefühl, Mitleid erzeugen)

      3.    Anführen falscher oder unbelegter (gar nicht zu belegender) Behauptungen

      4.    Einseitiges Argumentieren

      5.    Vereinfachen (etwa in Form von Schwarz-Weiß-, also Gut-Böse- oder Täter-Opfer-Zeichnung eines Konflikts)

      6.    Mit Vorurteilen arbeiten

      7.    Verharmlosen/Verschweigen von Widersprüchen der eigenen Position

      8.    Sich selbst als im Alleinbesitz der Wahrheit, dem Wissen um die Lösung des Problems und als unbestechlicher Vorstreiter/unbestechliche Vorstreiterin für die „gerechte" Sache präsentieren

      9.    Andere Quellen (Medienberichte, wissenschaftliche Studien) oder Gewährspersonen (z. B. Politikerinnen oder Politiker) zur Bestätigung der eigenen Sicht heranziehen, dabei aber Inhalte und Äußerungen aus dem Zusammenhang reißen, falsch oder missverständlich auslegen

      10.  Verunglimpfen von Gegnerinnen oder Gegnern und Andersdenkenden

      Typische Stilmittel von Hass-Propaganda "Emotionalisierung"

      Appelliert wird an das Gefühl der Erhabenheit, Tragik oder Heroismus - Bombastische, sentimentale oder dramatische Musikuntermalung

      „Epische" Titelschriftzüge, Einsatz von Zeitlupe

      Ausstellen von Zeichen und Symbolen (z. B. Nationalfarben und -flaggen)

      Dämonisierung der „Feinde"

      Große historische oder religiöse Bezüge

      Emotionalisierung: Rührung/Mitgefühl, getragene Stimmung, „gerechter" Zorn; Gefühl, Teil von etwas „Großem" sein zu können

      Ironie und Sarkasmus

      Spiel mit genre-typischen Darstellungs- und Erzählmustern

      Pop- und jugendkulturell: Umdeutung von Videospielen oder Cartoon- und Comicfiguren

      Zitierende Musikthemen aus Hollywoodfilmen

      Verspottung von Gegnerinnen oder Gegnern und/oder Opfern von Gewalttaten

      Einsatz von Fremdmaterial wie Nachrichtenbildern oder Karikaturen

      Verhöhnung von Argumenten gegen die eigene Position

      Bissiger Unernst um eigene Intelligenz/Überlegenheit zu demonstrieren; Gewitztheit

                Schein-Sachlichkeit

      •     Sachlich-argumentative Videos, Statistiken und Schaubilder sollen rational „überzeugen" und die Weltsicht „neutral" belegen. Sie greifen aber nur die eigene Perspektive auf.

      •     Ausführlich inszenierte, gestellte „Interviews" von Autoritätspersonen oder Augenzeugen

      •     Schein-Selbstzweifel, die sich am Ende doch wieder verflüchtigen

      Erlebnishafte Ästhetik

      •     Seltener: Videos im Stil von Musikvideos, schneller Schnittrhythmus, „faszinierende" Bil-der(folgen)

      •     Diffamierende oder verhetzende Botschaften „verstecken" sich in Liedtexten, Slogans oder Erkennungszeichen von Gruppierungen und Organisationen

      Blut- und Gewalttaten

      •     Aufnahmen von Kampfhandlungen, Anschlägen, Hinrichtungen oder Kriegsverbrechen

      •     Gräuelvideos, die mitunter Jugend- bzw. strafrechtlich relevant sein können

      Darstellung von Menschen in Hass-Propaganda

      1.    Stereotype/Entindividualisierung

      Rassistische, religiöse oder nationalistische Vorstellungen und Vorurteile; Personen sind auf ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe reduziert. Individuelle Eigenschaften werden ausgeblendet.

      2.    Entmenschlichung

      Gegner: Personen oder Personengruppen wird das Menschsein abgesprochen; Gleichsetzung mit

      Tieren oder Krankheitserregern.

      Vertreter der eigenen Seite: Heldenstilisierung, Gleichsetzung mit „edlen" Tieren (z. B. Löwe)

      3.    Personalisierung

      Einzelne Persönlichkeiten werden als Stellvertreterinnen oder Stellvertreter für eine politische Linie oder ein ganzes Volk dargestellt. Eigene Opfer werden als Einzelperson oder individuelles Schicksal dargestellt. Überhöhung der eigenen Heldinnen und Helden, Märtyrerinnen und Märtyrer

      4.    Uniformierung

      Mitglieder der eigenen Gruppe werden als geschlossene Einheit mit positiven Eigenschaften dargestellt: Hingabe an die jeweilige „Sache", Gemeinschaft, ähnliches Styling

      5.    Rollenzuschreibungen

      Einzelne oder Gruppen bekommen einen eindeutigen Platz innerhalb der „Erzählung": die Schuldigen/Aggressoren, die Opfer etc.

      6.    Populäre „Stars" und fiktive Figuren

      Reale und fiktionale Sympathieträger (Stars, Comicfiguren, Filmheldinnen und -helden) werden instrumentalisiert und für eigene Zwecke umgedeutet/umgewertet.

      Quelle: www.stoppt-hasspropaQanda.de Workshop „Hass-Propaganda bei Facebook & Co. -1 don't care? I don't share!"                                    2

      • Webpräsentation STOPP gegen Hass Propaganda

        Webpräsentation STOPP gegen Hass Propaganda

      • Abschussfragebogen

        Abschlussfragebogen verteilen und auswerten.